Harvard Science and Engineering Complex, Allston, MA, USA

Harvard Science and Engineering Complex

Der Science and Engineering Complex (SEC) auf dem neu entstehenden Allston-Campus der Harvard Universität integriert die Studiengänge für Ingenieurswesen in einem einzigen, 46.173 m² großen Gebäude. Die neue Anlage hat Vorbildcharakter für das Schaffen von Freiflächen und neuer Verbindungen mit den umgebenden Außenbereichen, wie es der im Jahr 2013 genehmigte Masterplan der Universität beschreibt.
Das Gebäude steht auf dem Fundament eines zuvor entworfenen Komplexes für Naturwissenschaften, der 2008 gestoppt wurde und beherbergt Lehr- und Forschungslabors, Unterrichtsräume, Büros für Dozenten und Mitarbeiter sowie eine Reihe von Sozialräumen.

Die Energieversorgung für den gesamten Campus ist vorgegeben. Eine neue zentrale Anlage, die mit Erdgas betriebene Kraft-Wärme-Kopplung nutzt, bedient auch Heiz- und Kühlbedarf. So lag für Transsolar in der Entwicklung des integrierten Klima- und Energiekonzepts besonderer Schwerpunkt bei Effektivität in Fassadenkonzeption und Energieverbrauch der Laboratorien.
Das Fassadenkonzept konzentriert sich auf eine außergewöhnlich gute Tageslichtversorgung und eine natürliche Belüftung, was in Laborgebäuden eine besondere Herausforderung darstellt. Sowohl der äußere Sonnenschutz, der die Forschungsboxen im Obergeschoss umgibt, als auch die Terrassenüberstände im Sockelbereich wurden mit umfangreichen parametrischen Leistungsstudien für Sonnenschutz und Tageslichtversorgung in Abhängigkeit von der Ausrichtung und der jeweiligen Nutzung sorgfältig aufeinander abgestimmt. Um Wärmeverluste möglichst niedrig zu halten, ist die gesamte Verglasung in Dreifachglas ausgeführt.
Obwohl dies oft als Kostenaufschlag angesehen wird, erzielt die Dreifachverglasung eine Netto-Kosteneinsparung in Höhe von mehreren Millionen Dollar, da dank der höheren Temperaturen der Glasoberflächen keine Beheizung im Perimeter notwendig ist.

Alle Nicht-Laborräume, einschließlich der an die Labore angrenzenden Schreibräume, haben die Möglichkeit zur natürlichen Belüftung. Die gesamte Zuluft der Nicht-Laborräume durchströmt die beiden großen Atrien und dient danach als Ergänzungsluft für die Labore. So wirken die Schreibräume als Puffer zwischen Außenbereich und den Laborräumen.

Um den Energieverbrauch in den Laboren zu minimieren, plädierte das Planungsteam für eine detaillierte Risikobewertung, um die Labore mit möglichst geringen Luftwechselraten betreiben zu können, wobei Transsolar umfangreiche Studien zum Einfluss der Lüftungsrate auf den Energieverbrauch durchführte. Für fast alle Luftströme wird eine hocheffiziente Wärmerückgewinnung mit indirekter adiabater Abluftkühlung eingesetzt. Auf Basis der Langzeit-Datenerfassung bestehender vergleichbarer Labore auf dem Harvard-Campus wurden auch die Lasten des Nutzerstroms der Labore vorhergesagt.
Als Ergebnis dieses hochmodernen Labordesigns wurde der jährliche Energieverbrauch auf 293 kWh/m² (93 kBtu/sf) prognostiziert, was einer Reduzierung der CO2-Emissionen um 42 % gegenüber einem ASHRAE 90.1-2010-Basisgebäude entspricht.

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